Werkstatteinblick

Harfen aus meiner Manufaktur sind ausschließlich aus europäischen Hölzern gefertigt. Dazu betreibe ich ein eigenes Holzlager. Ahorn, Esche, Erle, Kirsch und Nussbaum stehen zur Auswahl bereit.
Zur Herstellung der Resonanzdecke verwende ich verschiedene historisch belegte Hölzer. Die Resonanzdecke ist das Herzstück jeder Harfe und verlangt besondere Aufmerksamkeit bei der Herstellung.

Auch für mich ist es immer ein erhebendes Gefühl, wenn sich Hals, Säule und Korpus erstmalig zusammenstellen lassen.

Nun beginnen die Detailarbeiten: Formgebung des Rahmens, Ansetzen und Ausarbeiten der Schulter sowie kreative Oberflächenbearbeitung. Geschnitztes Ornamentwerk macht jede Harfe zu etwas ganz Besonderem.

Geschweifte Randleisten fertige ich in traditionell handgezogener Weise. Die Leisten müssen sorgfältig angepasst sein. Eine lohnende Dekorvariante.

Schnarrhaken für Mittelalterharfen und Hakenharfen verlangen besondere Erfahrung und Sorgfalt. Nur bei guter Funktion werden sie später entsprechend verwendet werden.

Durch die Behandlung mit Beize, Öl, Wachs oder Schellackfarblack erhält das Instrument seinen endgültigen optischen Charakter. Je nach Geschmack besteht die Möglichkeit, Ihrem Instrument durch verschiedene Techniken ein historisches Aussehen zu verleihen.

Beim Aufziehen der Saiten erwacht das Instrument zum Leben. Jetzt offenbart sich das Resultat wochenlanger handwerklicher Arbeit. Ich achte nun auf eine ausgewogene, charaktervolle Klangentwicklung.

Vom Rohmaterial Holz bis zum fertigen Instrument. Nach ungefähr neun Wochen konzentrierter Arbeit ist eine große Tripelharfe fertig gestellt und freut sich auf seinen Besitzer

Reparatur

Es ist immer eine Tragödie, wenn unvermittelt ein geliebtes Instrument durch Alter oder Unfall zu Bruch geht. Doch was erst ganz hoffnungslos aussieht, ist oft durchaus reparabel.

Beispielhaft zeige ich hier eine Erneuerung einer Resonanzdecke einer walisischen Tripelharfe Baujahr 1984. Gleichzeitig habe ich alle Metallwirbel gereinigt und überarbeitet sowie Lackschäden behoben. Das Instrument ist nun wieder für Jahre hinaus in ausgezeichnetem Zustand.

Restauration

Die Restauration stellt an mich große Herausforderungen. Die wichtigste: Stelle den Ursprungszustand her ohne den Zahn der Zeit zu verwischen.

Denn wirklich, jede Antiquität lebt für mich auch durch ihre Gebrauchsspuren. Somit steht bei alten Harfen die Wiederherstellung der Funktion und Sicherung der Konstruktion im Fordergrund.

Restauration einer Erat-Doppelpedalharfe von 1845 / England

Alte Pedalharfen sind oft in bedauernswertem Zustand, wenn Kunden sie zu einer Überarbeitung vorstellen. Die nun ca. 200 Jahre alten Instrumente waren einst ausgezeichnet hergestellt und in unbezahlbarer Manier verarbeitet. Der Klang dieser frühen, noch leicht gebauten Pedalharfen war und ist nach Wiederherstellung durchweg sehr gut.

Hier habe ich den kompletten Pedalkasten und den unteren Resonanzkorpus entwurmt. Zerfressenes Holz musste ich entfernen und anschließend neu aufbauen. Auch die Mechanik war durch Maschinenöl völlig verharzt; einzelne Achszapfen der Mechanik und Gabelstifte der Drehscheiben fehlten. Schließlich musste ich fehlende Stuckornamente wieder herstellen. Mit einer historischen, leichten Besaitung ist das Instrument seit Jahren wieder voll funktionsfähig..