Hakenharfen

Als Volksharfe des 18. und 19. Jahrhunderts fand sie in ganz Europa Verbreitung… Sie ist uns in unterschiedlichsten Bauformen erhalten.

Ihr Name resultiert aus den am Hals der Harfe angebrachten Halbtonhaken aus Draht. Einige Modelle sind zusätzlich mit Schnarrhaken bestückt worden.

Als letzte, geradezu in Massen gebaute Hakenharfe hat sich die sogenannte böhmische Harfe erhalten. Sie ist noch bis ca. 1920 in den Verschickerkatalogen der Musikalienhändler des sogenannten Musikwinkels Markneukirchen zu finden.

Der schöne Klang und das geringe Gewicht dieser Harfen verhilft ihr derzeit zu ihrer Renaissance.

Fünf Hakenharfen unterschiedlicher Bauweise habe ich in meinem Angebot.

Hakenharfe mit Schnarrleiste

Die Harfe ist dem Raum Skandinavien wie auch Pommern und Norddeutschland zuzuschreiben. Mit ihrem hellen Diskant und den langdimensionierten Basssaiten kann sich die Harfe in einer lauten Umgebung wie in einem Tanzsaal gut behaupten. Die Harfe besitzt noch eine besondere Schnarrmechanik, mit der man die unteren zwölf Basssaiten auf einen Zug zum Schnarren bringen kann. Das macht den Basston noch markanter und durchsetzungsfähiger. Die Harfe ist mit einer sehr schönen, offenen Volute ausgestattet und steht auf zwei gedrechselten Kugelfüßen

Originalnachbau mit Schnarrleiste
Holz: Ahorn
Höhe: 152 cm
Gewicht: 5,4 kg
Saiten: 33
Tonumfang: B‘-f‘‘‘

Hakenharfe mit italienischen Einfluß

Vermutlich Augsburg, um 1730
Musikintrumentenmuseum Brüssel
Fünfspäniger Korpus, geschwärzter Rahmen
32 Saiten, Tonumfang C'-f''''

Hakenharfe Eisenach, Bachhaus Eisenach um 1720

Diese Harfe habe ich in der Musikinstrumentenausstellung des Bachhauses in Eisenach gesehen. Ihre harmonische Formgebung hat mich sofort überzeugt und zum Nachbau angeregt. Mit Ihrem geschwärztem Rahmen und dem mit rubinfarbenem Schellack behandeltem Korpus ist sie ein sehr typisches Beispiel Ihrer Zeit. Sie ist eine der wenigen Hakenharfen, die von beiden Seiten zu bedienende Haken besitzt und zusätzlich mit Schnarrhaken ausgestattet ist. Die Harfe fertige ich mit Stehdornen dem Original entsprechend. So kann man das Instrument getrost auch im Freien draußen spielen. Ihr weicher, durchsetzungsfähiger Klang mischt sich sehr schön mit Gesang und Streichinstrumenten. Durch seine aus Ahorn gefertigte Resonanzdecke ist die Harfe sehr robust. Ihr geringes Gewicht und geringe Höhe macht sie außerordentlich portabel. Ob die Harfe jemals der Bachfamilie gehört ist nicht belegt.

Harfe als Originalnachbau
Holz: Ahorn
Höhe: 136 cm
Gewicht: 5,2 kg
Tonumfang: B-f‘‘‘

Harfe, um 1700

Vermutlich mitteldeutscher Herkunft
Boston Museum of Fine Art
Rechteckiger, flacher Korpus mit Schnarrhaken
Leichte Rahmenbauweise mit Punzwerk
Heller, klarer Klang
32 Saiten, Tonumfang H'- e'''

Böhmische Hakenharfe "Preßnitzharfe"

Rechteckiger Korpus mit Fischgratdecke aus Fichte
Drei eingelegte Rosettenpaare, typische Rokalienbemalung,verschiedene Rokalienmuster stehen zur Auswahl.
Halbtonhaken an allen Saiten.
Schwerer Schellackauftrag als Wetterschutz, Stehdorne
36 Saiten, Tonumfang G'- g'''
Eine moderne Version mit 33 Saiten und Halbtonklappen in schöner Naturholzausführung steht zur Wahl. Preiswertes Schülerinstrument.

Josef Häussler Harfe

Nach dem Gemälde Josef Häusslers mit seiner Harfe, des sogenannten Mozartharfners, habe ich diese für die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts typische Harfe rekonstruiert. Hier war mein Anliegen dem Liebhaber der Harfe ein Instrument mit moderner Technik und Saitenabstand im alten Gewand zu schaffen. Bass und Diskant der Harfe sind kräftig und durchsetzungsfähig im Klang. Eine robuste Harfe zum Reisen für drinnen und draußen.



Holz: Ahorn
Höhe: 138 cm
Saiten: 33/ Karbon oder Darm
Tonumfang: C-g‘‘‘ / B-f‘‘‘
Gewicht: 6,4kg

Die Harfe hat ein sehr attraktives Preisleistungsverhältnis. Das Instrument kann mit abnehmbaren Standkufen geliefert werden.